Dreistufenplan

 Dreistufenplan

1. Soforthilfe bis 31.12.1990

2. Aufbau des Zentrums für Hämatologie und Onkologie vom 01.1991 - 31.12.1993

3. Aufbau des Wissenschaftlichen Zentrums zur Erforschung medizinischer Probleme der Tschernobyl-Tragödie vom 01.01.1994 - 31.12.1996 sowie schlüsselfertige Errichtung eines Neubaus

1. verankerte, zeitlich begrenzte Aufbauarbeit sollte drei Hauptzielen dienen, und zwar 1. Kindern mit Strahlenschäden, hämatologischen und onkologischen Erkrankungen zur Heilung zu verhelfen,

2. mit Medizinern in Belarus einen wissenschaftlichen Standard aufzubauen, damit diese auf demselben Niveau arbeiten können wie ihre Kollegen im Westen, durch gemeinsames Vorgehen in Ost und West sichere Befunde bei der Erforschung der Tschernobyl-Katastrophe zu ermitteln und medizinisch präventiv zum Einsatz zu bringen,

3. durch Hilfe für Kinder, durch wissenschaftliche und klinische Zusammenarbeit bei der Tschernobyl-Tragödie zur Förderung der Völkerverständigung und des Weltfriedens beizutragen.

Die in der Soforthilfe festgelegten Punkte wurden bis auf einen plangemäß erfüllt und übertroffen.

Medizinische Soforthilfe bis 31.12.90

- Behandlung krebskranker und strahlengeschädigter Kinder im Westen

- Ausbildung weißrussischer Ärzte, Biologen und Krankenschwestern in westlichen Zentren

- Anpassung der modernen, aggressiven Chemotherapieprotokolle des Westens an die weißrussischen Möglichkeiten ("weißrussische Modifikation")

- Zurverfügungstellung von Medikamenten, Einmalartikeln und Geräten für die Übergangszeit

- Beginn der Behandlung aller Leukämiepatienten mit Primärerkrankung nach dem für Weißrußland adaptierten BFM-90-Protokoll (15.07.1990): BFM-90-Minsk-ALL

- Erwartete Heilungsquote ca. 60 %, mit ähnlichen Protokollen in der BRD ca. 85 %

- Regelmäßige Patientenkonsultationen Juli/August,  September/Oktober,  November/Dezember und laufende telefonische und schriftliche Kontakte

Strukturelle Soforthilfe bis 31.12.1990

- Gründung eines Fördervereins in der Bundesrepublik Deutschland mit internationalem Wirkungskreis: 
        "Hilfe für Kinder aus Tschernobyl e. V."

- Darstellung der Tschernobyl-Katastrophe mit Hilfe der westlichen Medien

- Kontaktaufnahme mit weißrussischen Behörden/Institutionen

- Übernahme der Patenschaft für das Minsker Zentrum für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie seitens der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Zentrums der Kinderheilkunde am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

- Übernahme der Patenschaft für die Arbeitsgruppe für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie seitens der GPO und DAL

- Unterstützung bei der Gründung und Übernahme der Patenschaft für den Elternverein "Hilfe für Kinder aus Tschernobyl" in Minsk